Die Generalversammlung des Vereins Freunde der Alten Schmiede eröffnet ein neues Kapitel

An ihrer Generalversammlung vom 20. Mai 2026 in Charmey hat der Verein Freunde der Alten Schmiede einen wichtigen Meilenstein für die Zukunft der Schmiede La Tzintre erreicht. Vor einer erfreulich grossen Beteiligung von 71 anwesenden Mitgliedern wurde ein zentrales Vorhaben einstimmig beschlossen: der Erwerb des Erdgeschosses der Schmiede.

Nach dem zehnjährigen Vereinsjubiläum im Jahr 2025 möchte der Vorstand den Schwung der vergangenen Jahre nutzen, um den langfristigen Erhalt und die Weiterentwicklung dieses lebendigen Kulturerbes im Jognetal zu sichern.

In seinem Jahresbericht blickte Präsident Andreas Furgler auf ein ereignisreiches Jahr mit zahlreichen Aktivitäten, Kooperationen und neuen Begegnungen rund um die Schmiede zurück. Besonders würdigte er das grosse Engagement der freiwilligen Helferinnen und Helfer, der Schmiedeführer sowie der Schmiede, die den Ort mit ihrem täglichen Einsatz lebendig erhalten und weit über die Region hinaus bekannt machen.

Auch die Besucherzahlen bestätigen die wachsende Attraktivität der Schmiede. Zwar gingen die gebuchten Gruppenführungen leicht zurück, gleichzeitig konnten die öffentlichen Sonntagsöffnungen mehr Gäste begrüssen. Zudem war die Schmiede an zahlreichen Veranstaltungen ausserhalb ihres Standorts präsent, darunter Brauchtumsmärkte, Kulturerbeanlässe und kulturelle Veranstaltungen in verschiedenen Regionen der Westschweiz.

Die Animationskommission stellte verschiedene Entwicklungsperspektiven vor: eine stärkere Nutzung der Scheune für Vermietungen, neue Angebote für Unternehmen, individuell gestaltete Führungen sowie zusätzliche Handwerksvorführungen. Ein Höhepunkt wird das Jakobusfest am 25. Juli sein, das insbesondere die Hufschmiedekunst und traditionelle Handwerke in den Mittelpunkt stellt.

Ein besonderer Moment der Versammlung war der Blick in die Zukunft des Vereins: der Erwerb der Schmiede La Tzintre. Seit mehr als zehn Jahren kann der Verein den historischen Ort dank des Vertrauens der Familie Roos nutzen. Heute erhält diese langjährige Beziehung eine neue Bedeutung. Die Familie spricht bewusst nicht von einem Verkauf, sondern von einer Übergabe – einer Übergabe eines besonderen Ortes und zugleich einer Verantwortung: dieses Kulturerbe zu bewahren und für kommende Generationen zu erhalten.

Das Projekt sieht den Kauf des Erdgeschosses der Schmiede für 140'000 Franken vor. Insgesamt beläuft sich die Investition auf rund 160'000 Franken. Ein Teil wird aus den Eigenmitteln des Vereins finanziert, der restliche Betrag durch ein bereits zugesichertes Darlehen der Raiffeisen Moléson. Gleichzeitig werden dadurch die bisherigen jährlichen Mietkosten reduziert. Die Generalversammlung genehmigte sowohl den Erwerb als auch dessen Finanzierung einstimmig.

Zum Abschluss der Versammlung wurden weitere vielversprechende Projekte vorgestellt: die Weiterentwicklung der neuen Website der Schmiede mit Unterstützung des Regionalen Naturparks Gruyère Pays-d'Enhaut, ihre deutsche Version sowie Überlegungen zur Aufwertung eines historischen Saumpfades, der einst die Region mit der Schmiede verband.

Andreas Furgler dankte den Schmiedeführern – hier René Joye.